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    Urologen: "RLV bedrohen wohnortnahe fachärztliche Versorgung"

    Pro Patient 26,05 Euro im Quartal

    19.12.08 - Für drei volle Monate Patientenversorgung inklusive aller Gesprächsleistungen, Tumorbetreuung, Ultraschall, kleiner Eingriffe und Hausbesuche 26,05 Euro. 2009 ist für niedergelassene Urologen laut URO-GmbH ein "absurd niedriges Leistungsbudget" vorgesehen.

    Die URO-GmbH, nach eigenen Angaben Interessenvertretung von 80 Prozent der niedergelassenen Urologen in Nordrhein, schließt sich den bundesweiten Protesten der Fachärzte an und fordert eine Offenlegung der Kalkulation der Regelleistungsvolumen (RLV).

    Oliver Frielingsdorf, kaufmännischer Geschäftsführer der URO-GmbH: "Jahrelang hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung die betriebswirtschaftliche Kalkulation als Grundlage des ärztlichen Honorars bezeichnet. Jahrelang hat sie Millionen in ausländische Kalkulationsmodelle und inländische Planungsgruppen investiert, nur um sie nun in den Papierkorb zu befördern. Politische Punktwerte, die jeglichen Bezug zur betriebswirtschaftlichen Realität verloren haben, sind das Ende jeder modernen Facharztpraxis."

    "Politik will Facharztmedizin an Kliniken verlagern"

    Dr. Wolfgang Rulf, einer der Geschäftsführer der URO-GmbH, ergänzt: "Das angekündigte Honorarplus von 2,5 Milliarden Euro war ein genialer Schachzug des Bundesgesundheitsministeriums. Damit nimmt man unseren Protesten den Wind aus den Segeln, verteilt das Geld an politisch bevorzugte Gruppen und bereitet still den Tod der wohnortnahen fachärztlichen Versorgung vor."

    Die Politik wolle die fachärztliche Versorgung ans Krankenhaus verlagern - obwohl Studien gerade den problemlosen Zugang zur fachärztlichen Versorgung im deutschen Gesundheitssystem loben.

    Die Mitglieder der URO-GmbH sind kompromissbereit und hoffen auf einen überregionalen Schulterschluss mit anderen fachärztlichen Gruppierungen. "Wir werden aber auch konsequente Kampfhandlungen zum Erhalt der flächendeckenden fachärztlichen Versorgung nicht scheuen", warnt Dr. Wolfgang Rulf und erinnert an die Worte des Bundesärztekammer-Präsidenten Prof. Jörg-Dietrich Hoppe beim außerordentlichen Ärztetag: Man müsse nicht Vertragsarzt sein um seine Patienten versorgen.

    me / Quelle: URO-GmbH


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