Berufsverband: Viel zu knappe Honorierung
Trübe Aussichten für kardiologische Praxen
02.01.09 - Böse Bescherung für niedergelassene Herzspezialisten: Statt der erhofften Verbesserung der Honorarsituation zeichnet sich nach Einschätzung des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen eine weitere Verschärfung des Kostendrucks ab.
![]() |
| Für "kardiologische Extras", etwa die Untersuchung von Schrittmachern (Bild), sieht der BNK schwarz. Foto: Rose |
Die von Ulla Schmidts Gesundheitsministerium kommunizierte pauschale Verbesserung der Honorarsituation vermag der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) nicht zu erkennen. Vielmehr zeichne sich ab, dass sich die Lage für Kardiologen durch eine viel zu knapp bemessene Honorierung weiter verschärft.
Erster Schritt in Richtung "Staatsmedizin"?
Wird - so die Befürchtung des BNK - hier nicht unverzüglich nachgebessert, lässt sich die qualifizierte ambulante Versorgung in Wohnortnähe für gesetzlich versicherte Herzpatienten vielerorts nicht mehr aufrecht erhalten. Ein erster Schritt in Richtung "Staatsmedizin" wäre damit getan.
Ein Drittel der Leistungen nicht mehr vergütet
Als Ursache für die prekär gewordene Situation vieler Kardiologen nennt der BNK in erster Linie die mit der Erbringung hoch spezialisierter Facharztleistungen verbundenen hohen Kosten für Technik, Personal und Räume: In kardiologischen Praxen liege der Kostenanteil in der Regel bei deutlich über 50 Prozent; bereits heute bekämen niedergelassene Herzspezialisten im Schnitt etwa 30 Prozent ihrer Leistungen nicht mehr bezahlt.
"Dramatische Verschlechterung der Patientenversorgung"
In einigen Regionen, so der BNK, sollen künftig außerdem kostenintensive Leistungen wie Katheteruntersuchungen in das normale Praxisbudget verlagert werden. Dadurch stünden in Niedersachsen schon jetzt einzelne Praxen vor dem finanziellen Ruin.
Der Berufsverband befürchtet, dass sich in einigen Regionen die Patientenversorgung dramatisch verschlechtern könnte. Vor allem kardiologische "Extras" wie Gefäßuntersuchungen mit Ultraschall, Untersuchungen von Herzschrittmachern und Defibrillatoren, Venenuntersuchungen oder die Betreuung von Patienten mit Herztransplantaten könnten dem Kostendruck zum Opfer fallen.
me / Quelle: Gesundheit adhoc / BNK
Alle Artikel zum Stichwort:
Kardiologen
Honorar
BNK
Verwandte Artikel:
Medi und Kardiologenverband erhalten 73c-Zuschlag
Fachärzte: Politik will uns abschaffen!
BNK: Honorarpauschalen sind
um 24 Prozent gefallen
Artikel mailen
Artikel drucken
Website empfehlen










