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    Entrüstung über 73b-Vertrag der Hausärzte

    Bayerns Fachärzte wollen AOK-Versicherte
    nur noch gegen Vorkasse behandeln

    23.12.08 - Erhebliche Widerstände hat der Hausarztvertrag hervorgerufen, den die bayerische AOK mit dem Bayerischen Hausärzteverband geschlossen hat. Die bayerischen Fachärzte fühlen sich krass benachteiligt und wollen AOK-Versicherte nur noch gegen Vorkasse behandeln.

    Die bayerischen Kinder- und Jugendärzte, Frauenärzte, Internisten und andere Facharztgruppen planen ab dem neuen Jahr, Versicherte der AOK-Bayern nur noch gegen Kostenerstattung zu behandeln. Hintergrund ist der exklusive Hausarztvertrag, den die AOK Bayern mit dem Bayerischen Hausärzteverband (BHÄV) vorbereitet hat und der im neuen Jahr in Kraft treten soll.

    "Schlag ins Gesicht aller anderen Ärzte"

    "Dieser Vertrag, der hinter unserem Rücken ausgehandelt wurde, bevorzugt einen Verband und eine Arztgruppe zu Lasten aller anderen Ärzte. Es ist geradezu unglaublich, wie eine Krankenkasse so eine Monopolstellung der bayerischen Hausärzte vorantreibt. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller anderen Ärzte in Bayern und bedroht deren Existenz. Wir werden deshalb Versicherte der AOK nur noch in Notfällen oder gegen Vorkasse behandeln", so Dr. Heinz Reiniger, Landesverbandsvorsitzender der Kinder- und Jugendärzte in Bayern.

    Massive Kritik auch von der KV

    Und auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) stehen die Zeichen auf Sturm. "Es kann nicht sein, dass eine Krankenkasse mit Geld von Versicherten eine Arztgruppe besonders großzügig honoriert. Noch vor einer Woche hat die AOK selbst diesen Vertrag abgelehnt mit der Begründung, dass die Forderungen der Hausärzte um bis zu 250 Millionen über der vereinbarten Regelvergütung liegen", so der Vorstandvorsitzende der KVB, Dr. Axel Munte.

    "Kampfansage an die fachärztliche Versorgung"

    Viele niedergelassene Fachärzte und auch die hausärztlich tätigen Internisten - so der Tenor einer gemeinsamen Erklärung mehrerer Facharztverbände - werten den Schritt der AOK als Kampfansage an die fachärztliche Versorgung in Bayern. Reiniger kann sich "nicht vorstellen, dass die AOK-Versicherten auf die Kompetenz der niedergelassenen Fachärzte in Bayern verzichten wollen". AOK-Patienten sollten prüfen, ob sie mit ihren Kindern noch in der richtigen Versicherung sind.

    Flächendeckende Protestaktionen angekündigt

    Sowohl Kinder- und Jugendärzte als auch Internisten und Frauenärzte in Bayern sehen die wohnortnahe fachärztliche Versorgung ernsthaft gefährdet. Gemeinsam mit anderen Verbänden sind daher flächendeckende Protestaktionen vorgesehen für den Fall, dass sich an den geplanten Honorarregelungen nicht umgehend etwas ändert.

    me / Quelle: BVKJ


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    Bayern
    Fachärzte
    BHÄV

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