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25-Jährige braucht Herzschrittmacher

Immer wieder Synkopen beim Sandwich-Essen

22.12.08 - Eine 25-Jährige kollabiert immer wieder für mehrere Sekunden, zeitweise mehrmals in der Woche. Das Problem besteht seit zehn Jahren, doch erst jetzt wird die Ursache identifiziert.

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Foto: www.freefoto.com/Ian Britton

Die 25-jährige Frau, so der Bericht von Dr. Christopher J. Boos und Kollegen (Universität Birmingham), berichtet über wiederkehrende Episoden plötzlich eintretender, beängstigender Benommenheit und Übelkeit, die typischerweise für zehn oder weniger Sekunden anhalten.

Seit ihrem 15. Lebensjahr ist sie schon häufiger kollabiert, zeitweise mehrmals innerhalb einer Woche. Hinweise auf Epilepsie haben sich nicht gefunden. Eine ganze Reihe von Blut- und anderen Untersuchungen ist ohne pathologischen Befund geblieben.

Lediglich ein EKG hat eine 2,5 Sekunden dauernde Asystolie gezeigt.

Daraufhin erhält die junge Frau einen EKG aufzeichnenden Loop-Rekorder, den sie bei jeglichen Anzeichen von Schwindelanfällen für ein bis zwei Minuten in Betrieb setzen soll. Dies offenbart endlich die Diagnose: Während der Benommenheitsattacken zeigt sich ein kompletter AV-Block (atrioventrikulärer Block) mit einer bis zu 2,5 Sekunden währenden Asystolie.

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AV-Block III. Grades und intermittierende Asystolie. Foto: KES / Thieme Verlag

Die Anamnese ist weitestgehend leer. Die Patientin ist Nichtraucherin, trinkt Alkohol nur in geringfügigen Mengen und hat noch nie illegale Drogen konsumiert. Die Ohnmachtsanfälle treten vor allem dann auf, wenn sie bestimmte Nahrungsmittel verzehrt, besonders Sandwiches und Limonaden.

Die Ärzte lassen die Frau ein Sandwich essen. Unmittelbar danach zeigt das EKG einen AV-Block, der Herzschlag setzt für zwei Sekunden aus, und auch das vertraute Benommenheitsgefühl stellt sich ein.

Die Diagnose lautete daher Schlucksynkope, ausgelöst durch Veränderungen des Vagus-Reflexbogens. Hierbei führt der Schluckvorgang zu vagaler Hyperstimulation mit abnormer Rückkoppelung. Dadurch stoppt vorübergehend der Herzschlag, sodass Schwindel- oder Ohnmachtsanfälle auftreten.

Um die Patientin von ihren Problemen zu befreien, wird ein Herzschrittmacher implantiert. Der Erfolg dieser Therapie lässt nicht auf sich warten.

me / Quelle: www.thelancet.de, Lancet 372 (2008) 2164


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